Rinderbraten

An Feiertagen wie Ostern versuchen wir manchmal, etwas besonderes zu kochen. Schließlich hat man das schon immer so gemacht. Rinderbraten hat auch einen gewissen Nostalgie-Effekt, obwohl ich eigentlich kein großer Fleischesser bin. Moritz freut sich dafür doppelt, wenn er sich 1 kg Rinderbraten an der Fleischtheke kaufen kann, um ihn dann Stunden lang im Ofen zu beobachten. Da ist immer sehr viel Hingabe im Spiel.

Zutaten
  • 1 kg Rinderbraten (z.B. Schulter, Hüfte oder Nacken)
  • 300 g Speck/Bacon
  • 15 Esslöffel Honig
  • 10 Esslöffel Öl, möglichst geschmacksneutral
  • Gewürze – Moritz hat Steak-Pfeffer, Salz und Rosmarin benutzt

Normalerweise ist das Fleisch nach dem Kauf schon von Sehnen und Co. befreit. Es lohnt sich wirklich, hochwertiges Bio-Fleisch zu kaufen, auch wenn es teurer ist. So investiert ihr nicht nur in eine nachhaltigere Tierhaltung, sondern auch in den Geschmack. Und es ist außerdem schön zu wissen, dass das Tier auf dem Teller nicht voll mit Medikamenten war.

Aus Honig, Öl und Gewürzen wird eine Marinade hergestellt, die gerne einige Zeit im Kühlschrank ziehen kann. Bevor die Marinade in das Fleisch einmassiert (und ich meine wirklich massieren, mit Liebe!) wird, sollte es mit etwas Küchenpapier trocken getupft werden. Wir haben den Braten in einem kleinen Blech gemacht. Es eignet sich aber jede Form, die sich ungefähr der Größe des Fleisches anpasst und einen Rand hat: von Römertopf bis Auflaufform.

Um den Braten mit Speck ummantel zu können, sollte die Form erst mit Öl aus gestrichen und dann mit Speck ausgelegt werden. Die über den Rand der Form ragenden Speckstreifen müssen später noch über den Braten gelegt werden – also lasst genug über.

Das marinierte Fleisch kommt jetzt nur noch in sein kürzlich vorbereitetes Speck-Bett und wird in die Streifen eingeschlagen. Je nach Größe des Fleischstückes muss manchmal auf der Oberseite mit Speck nachgelegt werden. Ziel ist es jedenfalls, den Braten fein säuberlich ein zu wickeln. Damit der Speck nicht sofort schwarz anbrennt, gebt den Rest der Marinade über das Bündel. Durch den Speck brennt das eigentliche Fleisch nicht so schnell an und bleibt saftiger, weil es durch die Schutzschicht aus fettigem Fleisch weniger Feuchtigkeit verliert. Hardcore-Fans essen diese Speckkruste mit, der Rest kann sie nach dem Backen problemlos entfernen.

Wir brauchten fast zwei Stunden bei 150 °C Ober-Unter-Hitze, bis wir den Braten aus dem Ofen nehmen konnten. Stellt den Ofen lieber etwas kühler als zu heiß ein, ein angebrannter Braten ist schlimmer als eine lange Wartezeit. Hätten wir nicht den ältesten Ofen der Welt, wären wir mit Umluft wahrscheinlich besser bedient gewesen. Probiert einfach aus, was am besten klappt.

Bratensoße

Wenn man sowieso Braten macht, ist die Soße dazu das Einfachste der Welt. Ich benutze den Bratensaft und koche ihn mit

  • ca. 1 Teelöffel Marmelade
  • ca. 1 Esslöffel Kartoffelmehl
  • Gewürze (in meinem Fall Pfeffer und Paprika)

auf, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Gut rühren, am besten mit einem Schneebesen, sonst klumpt das Kartoffelmehl sofort. Wenn die Soße kalt wird, mutiert sie zu einem glibbrigen Schwabbel. Das hat mich zuerst ziemlich verunsichert, ist aber ganz normal. Wenn sie aufgewärmt wird, ist wieder alles beim Alten.

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1 Comment

Ein besorgter Fleischliebhaber 6. April 2018 at 19:30

Da muss ich entschieden einhaken! Es ist sehr wichtig, den Speckrand mit zu essen! Er schmeckt fantastisch und man sollte vielleicht auch nicht 300 g Fleisch einfach wegwerfen…

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